1888
Der österreichsiche Botaniker Friedrich Reinitzer
(1857-1927) entdeckt bei der Schmelzpunktbestimmung von Cholesteryl-Benzoat-Kristallen,
dass die Substanz zwar bei 145,5 Grad zu einer trüben
Flüssigkeit schmilzt, sich bei 178,5 Grad Celsius aber
wiederum in eine klare flüssige Phase wandelt.
1889
Angeregt durch Reinitzers Beobachtung sucht der deutsche Physiker
Otto Lehmann nach ähnlichen Substanzen
und stellt fest, das die trübe flüssige Phase die
optischen Eigenschaften der Kristalle besitzt - er entdeckt
einen weiteren Zustand der Materie: die flüssigkristalline
Phase. Zunächst bezeichnet er sie als "scheinbar
lebende Kristallle" und später als "Flüssigkristalle".
1904
Merck beginnt mir der Produktion von Flüssigkristallen
für die Grundlagenforschung.
Nach
dem zweiten Weltkrieg erlischt zunächst das Interesse
an Flüssigkristallen.
1960
Der französische Physiker Pierre-Gilles de Gennes
legt mit seinen Arbeiten zum Verhalten
von Flüssigkristallen einen Grundstein für
die weiteren technischen Entwicklungen. Er erhält 1991
für diese Arbeiten den Nobelpreis.
1963
Richard Williams and George Heilmeier,
Mitarbeiter des Forschungslabors der Radio Corporation of
America (RCA), publizieren die erste Idee eines Flüssigkristallmonitors.
1966
Die RCA präsentiert den ersten LCD-Prototyp, der allerdings
eine Betriebstemperatur von 80 Grad Celsius braucht.
1969
James Fergason entdeckt, dass sich Flüssigkristalle
durch das Anlegen eines Stromfeldes so ausrichten lassen,
dass sie polarisiertes Licht absorbieren oder durchlassen
- und seine Erfindung wird zur Grundlage der modernen Flüssigkristall-Monitore.
1971
Die Schweizer Industrieforscher Martin Schadt
und Wolfgang Helfrich von Hoffmann La Roche
publizieren eine Arbeit über das von Fergason genutzte
Prinzip der "verdrillten nematischen Zelle".
1973
Sharp produziert mit dem EL-8025 den ersten
Taschenrechner mit LCD-Anzeige. In Japan werden die ersten
LCDs auch in Spielgeräten verwendet.
Bisherige Flüssigkristalle sind zu instabil und erlauben
keine Massenproduktion. George Gray von BDH
Ltd (gehört später zu Merck) schlägt den Einsatz
der stabilen Biphenyl-Kristalle vor.
Westinghouse
entwickelt die Thin Film Transistors (TFT).
1979
Walter Spear and Peter LeComber
entwickeln an der Dundee University in Schottland den ersten
Active Matrix Bildschirm mit der TFT-Technologie.
1980
Der Westen ignoriert die TFT-Technologie, während sie
in Asien weiterentwickelt wird. Ende der 80er Jahre kommen
die ersten Active Matrix TFT-Bildschirme in Laptops zum Einsatz.
1986
NEC produziert den ersten Laptop-Computer
mit LCD-Bildschirm.
1999
Kodak und Sanyo stellen
den ersten Active Matrix OEL (Organic Electro Luminiscent)
Bildschirm vor.
2004
Philipps
stellt die ersten flexiblen, aufrollbaren Bildschirmprototypen
vor. |